Ein Interview mit… Christine Nakao

Christiane Nakao

Seit drei Jahren begleiten wir im Mentoring-Programm Traumberuf Professorin promovierte Frauen auf ihrem Weg zur Professur. Einige haben diesen Weg mit der Berufung auf eine Professur erfolgreich abgeschlossen. Wir freuen uns, mit ihnen einige Erinnerungen und Erfahrungen teilen zu können.

Christianes Mentee-Erfahrung liegt bereits 2 Jahre zurück – und auch als Professorin hat sie bereits die ersten beiden Semester an der IUBH in Stuttgart hinter sich. Wie sie ihren Start in den Traumberuf bewältigt hat und was diesen ausmacht, beschreibt sie im Interview.

Stell dich doch bitte kurz vor!

Mein Name ist Christiane Nakao, ich war Mentee der ersten Runde und bin seit Oktober 2019 Professorin für Soziale Arbeit an der IUBH in Stuttgart. 

Wie kam es zu deiner Teilnahme am Programm Traumberuf Professorin?

Ich habe auf einer Lakof-Fortbildung zum Thema „Lehre“ von dem Programm gehört und weil mich das Berufsbild interessiert hat, habe ich mich für die Teilnahme beworben. 

Was waren deine Erwartungen an das Programm?

Die formalen Voraussetzungen für eine Professur waren mir schon vorher bekannt, aber mich haben darüber hinaus die „weichen Faktoren“ interessiert, was genau den Berufsalltag ausmacht, was Gelingensfaktoren sind, wo es Schwierigkeiten gibt, was man idealerweise mitbringen oder sich noch aneignen sollte. Dafür fand ich das Programm sehr passend.

Wie hast du das Mentoring-Programm erlebt? Gibt es Dinge, die dir – gerade mit Blick auf das erfolgreiche Berufungsverfahren – besonders weitergeholfen haben?

Das direkte persönliche Mentoring habe ich als absolut hilfreich empfunden, nicht nur auf das Berufungsverfahren bezogen, sondern ganz allgemein was die Rolle und die Möglichkeiten, diese auszufüllen, angeht. Die Gelegenheit, aus erster Hand und über einen längeren Zeitraum von Erfahrungen einer Mentorin zu profitieren, das ist schon eine besondere Chance. Ich muss auch sagen, dass ich meine Mentorin Marion Baldus da als mehr als großzügig erlebt habe. Sie hat viel Zeit und Energie investiert, sich wirklich interessiert und auch manchmal nicht lockergelassen, wenn es für sie eigentlich einfacher gewesen wäre, sich zurückzuziehen. Darüber staune ich immer noch. 

Auch der Austausch der Mentees untereinander war eine große Bereicherung, und aus dem Seminarangebot konnte ich untern anderem viel Handwerkszeug für die Lehre mitnehmen. 

Du bist nun seit 2 Semestern Professorin. Wie waren deine ersten Arbeitstage?

Natürlich musste ich mich erst einmal orientieren, wie bei jedem Start in einen neuen Job. Es kam noch dazu, dass der Hochschulstandort ebenfalls neu eröffnet war. Da kamen dann also zwei Sachen zusammen: die neue Aufgabe und dass sich auch allgemein die Dinge noch einspielen mussten. Das hat aber natürlich auch Vorteile gegenüber stark routinierten Abläufen. Und dann habe ich doch recht schnell Kolleg*innen von anderen, bereits etablierten Standorten kennengelernt, die mich unterstützt haben.

Was hat dich überrascht? Was hast du genau so erwartet?

Ich hatte vorher vor allem mit berufserfahrenen Studierenden zu tun, von denen die meisten schon kurz vor ihrem Abschluss standen. Studierende in der Anfangsphase müssen erst mal an der Hochschule und in das Studium hineinfinden. Bei dual Studierenden, wie an der IUBH, kommt noch dazu, dass sie sich ja gleichzeitig an ihrer Praxisstelle, also noch an einem zweiten Lernort, zurechtfinden müssen. Darauf musste ich mich einstellen. Und dass mein zweites Semester dann gleich das virtuelle Covid-19 Semester werden würde – das war natürlich absolut nicht vorauszusehen. Wobei die virtuelle Lehre dann auch wieder überraschend gut funktioniert hat. Ich freue mich aber auch sehr darauf, die Studierenden wieder vor Ort zu sehen. 

Aus jetziger Perspektive: Was macht diesen Beruf zum Traumberuf?

Die Studierenden haben sich das Fach ja ausgesucht und sind entsprechend interessiert, besser kann man es sich für die Lehre nicht wünschen. Viele sind hoch engagiert, bringen viele Ideen und Diskussionspunkte ein, das ist schon sehr bereichernd, dass man das sozusagen moderieren darf. 

Außerdem bewegt man sich auch unter den Kolleg*innen in einem sehr schönen Umfeld mit ähnlichen Interessen. Im Moment bin ich noch sehr stark mit der Vorbereitung der Lehrveranstaltungen ausgelastet, wenn ich den Kopf wieder etwas freier habe, möchte ich wieder mehr an die Forschung denken, das ist natürlich ein weiteres Riesenprivileg, dass man da dranbleiben kann und von der Hochschule unterstützt wird. 

Was würdest du Frauen mitgeben, die überlegen, ob der Beruf der Professorin für sie das Passende sein könnte?

Ich fühle mich noch lange nicht in der Position, diesbezüglich Ratschläge verteilen zu können… Ausprobieren ist auf jeden Fall wichtig, die Lehre muss man schon gerne machen und man lernt natürlich auch immer didaktisch dazu, je mehr man lehrt. Und sich viel mit anderen austauschen und sich gegenseitig unterstützen, offen sein, sich aber auch nicht zu schnell irritieren lassen. Die Gepflogenheiten unterscheiden sich von Fachbereich zu Fachbereich, Person zu Person, Hochschule zu Hochschule usw. – deswegen ist es ja auch so gut, dass das „Herzstück“ des Programms das 1:1 Mentoring ist.