Traumberuf Professorin – mein Einstieg ins Projekt

Dr. Nora Gottbrath

Von Dr. Nora Gottbrath

Ist ein Mentoring-Programm das Richtige für mich? Lohnt sich der Zeitaufwand? Passt „Traumberuf Professorin“ zu mir und ist eine Professur tatsächlich mein Traumberuf? Da geht Probieren über Studieren, um einen Klassiker unter den Redensarten zu bemühen. Von daher: Auf in den Praxistest! 

Ich selbst habe als Mentee in der zweiten Runde von 2018 bis 2019 teilgenommen und schildere im heutigen Blogbeitrag meine persönlichen Erfahrungen. Pünktlich zum Weltfrauentag am 8. März hilft mein Artikel der einen oder anderen Leserin vielleicht bei der Entscheidungsfindung und ist im Idealfall eine Inspiration – Stichwort female Empowerment an den HAW.  

Traumprof – wie und wieso?

Die Entscheidung, mich für das Mentoring-Programm „Traumberuf Professorin“ zu bewerben, ist eigentlich ganz schnell gefallen. Überzeugt hat mich – und das in kürzester Zeit – Professorin Sissi Closs, die ich während meiner Fortbildung zur Technischen Redakteurin an der Hochschule Karlsruhe kennengelernt hatte. Meine allererste Begegnung mit Traumprof war tatsächlich in Form einer Broschüre, die in der Hochschule auslag und mich neugierig gemacht hat. Ganz analog also.

Traumprof für alle?

Wie ich in unserem ersten Traumprof-Blogbeitrag berichtet habe, bin ich Geisteswissenschaftlerin und somit wahrscheinlich nicht die Sorte, die einem zuerst in den Sinn kommt, wenn man an die klassische Besetzung an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften denkt. Von daher glaube ich, dass es der richtige Weg war, gar nicht allzu lang über die Entscheidung und das Für und Wider des Mentoring-Programms nachzugrübeln, sondern die Gelegenheit einfach zu ergreifen und mich zu bewerben. Zu verlieren hatte ich ja nichts. Genau dazu rate ich auch denjenigen, die die Voraussetzungen für die Teilnahme mitbringen, aber noch zweifeln: Nur Mut, man kann letztlich nur gewinnen!

Traumprof im Praxistest

Die eigentliche Bewerbungsphase fand ich recht praktisch und alltagstauglich. Herzstück der ganzen Operation war ein Fragebogen, der einen strukturiert durch den Prozess geleitet hat. Während Bewerbungen zu schreiben üblicherweise nicht gerade zu meinen Leidenschaften zählt (und ich schätze, dass ich damit nicht allein bin), ging es in dieser Form zügig voran. Das galt glücklicherweise auch für die Rückmeldefrist: Die Eingangsbestätigung kam schnell, und die positive Antwort ließ auch nicht allzu lang auf sich warten. 

Das gefiel mir überhaupt sehr gut: Die Vernetzung innerhalb des Verbundprojekts klappt meiner Erfahrung nach prima, Rückmeldungen und Infos erreichen die Teilnehmerinnen zeitig. Das galt auch für die Einladung zum Kick-off-Meeting, die schon bald nach der Zusage in meinem Briefkasten eintrudelte. Wenn man das Mentoring mit dem Berufsalltag unter einen Hut bringen will, ist ausreichend Vorlauf bei der Planung natürlich ungemein hilfreich.

Traumprof – der erste Kontakt

Ich bin als Teilnehmerin der zweiten Mentoring-Runde im Herbst 2018 gestartet. Los ging es mit dem Kick-off-Meeting an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Auch wenn die Bahnfahrt von meiner Heidelberger Heimat in die Landeshauptstadt ein paar Überraschungen bereithielt, die die eigentlich kurze Reise, sagen wir mal, nicht langweilig werden ließen, bin ich dennoch sehr froh, an der Einführungsveranstaltung teilgenommen zu haben. Der erste Kontakt sowohl mit den Mentee-Mitstreiterinnen als auch den Mentorinnen und Mentoren ist einfach nicht zu ersetzen. Man bekommt so doch am schnellsten ein Gefühl dafür, mit wem man sich besonders gut versteht und wo es Schnittmengen und Anknüpfungspunkte gibt. Ich hatte am Nachmittag eigentlich schon längst auf dem Heimweg sein wollen, fand mich aber auf einmal in einer hochinteressanten Unterhaltung mit zwei Mit-Mentees wieder – da hat die Chemie also schon mal gestimmt. 

Das Kick-off-Meeting bietet außerdem den optimalen Rahmen, um auch Teilnehmerinnen aus der vorherigen Runde kennenzulernen und von ihren Erfahrungen zu profitieren. Außerdem war ein Großteil der Mentorinnen und Mentoren anwesend, sodass man sich schon einmal bekannt machen konnte. Eine solche Einführungsveranstaltung in großer Runde hat naturgemäß wenig mit dem vertraulichen und vertrauensvollen Rahmen der eigentlichen Mentoring-Gespräche gemein, ist aber einfach eine tolle Gelegenheit, um sich mit der Idee dahinter vertraut zu machen.

Traumprof – erster Nutzen

Was für mich beim Kick-off-Meeting besonders erhellend war, das war Isabel Nitzsches Impulsvortrag, was unter Mentoring eigentlich genau zu verstehen ist. Ich persönlich hatte von diesem Begriff eher nebulöse Vorstellungen, die sich im weitesten Sinne um gütige Mentoren rankten, die sich hilfsbedürftiger Menschen annehmen, schlummernde Potenziale wecken und einen auf den sprichwörtlichen Pfad der Tugend führen. Dass eine Mentoring-Beziehung einen klaren zeitlichen und inhaltlichen Rahmen braucht, um zu gelingen, war mir neu. Sehr wertvoll fand ich den Hinweis, dass die Mentee aktiv werden muss und selbst thematisieren sollte, worüber sie mit ihrer Mentorin bzw. ihrem Mentor sprechen möchte. Das bringt einen in die Situation, sich zielgerichtet mit den eigenen Interessen und Wünschen auseinanderzusetzen, und lässt das Mentoring nicht etwa zu einer Berieselung mit gutgemeinten Ratschlägen werden. 

Traumprof – Einstieg ins Mentoring

Ich kannte meine Mentorin zu Beginn des Programms bereits – es war Sissi Closs, mit der ich ja schon an der Hochschule Karlsruhe Bekanntschaft geschlossen und die mich seinerzeit zur Teilnahme motiviert hatte. Bei der Auftaktveranstaltung in Stuttgart hatten wir uns dann erstmals im offiziellen Rahmen als Mentorin und Mentee wiedergetroffen und schon mal unseren ersten Gesprächstermin abgestimmt. 

Dass wir einander bereits kennengelernt hatten, habe ich immer als sehr positiv empfunden. So konnten wir direkt ins Mentoring einsteigen und mussten nicht zuvor erst einmal in Erfahrung bringen, mit wem man es überhaupt zu tun hat. Allerdings ist vorherige Bekanntschaft absolut kein Muss, wie mir viele Teilnehmerinnen bestätigt haben. Gerade wenn man einander noch nicht kennt, sollte man meiner Meinung nach Gelegenheiten wie das Kick-off-Meeting nach Möglichkeit nutzen, um sich vorzustellen und in lockerem Rahmen den Grundstein für die künftige Mentoring-Beziehung zu legen.

Traumprof – ein Senkrechtstart?

Ich für meinen Teil fand den Einstieg ins Mentoring-Programm sehr positiv. Ein deutlich umrissener Bewerbungsprozess, zügige Entscheidungen, direkte Kommunikation und Klarheit darüber, was eigentlich meine Rolle und Aufgabe als Mentee ist, haben mir den Start erleichtert. Und größere Traumprof-Veranstaltungen, bei denen man einen Eindruck von den Mitstreiterinnen, dem Organisationsteam im Hintergrund und den MentorInnen bekommt, vermitteln einem einfach ein gutes Gefühl dafür, am richtigen Ort gelandet zu sein. Von mir gibt es daher eine klare Empfehlung, die auch für künftige Mentee-Generationen gilt: Nutzt die Chancen, die sich euch bieten, und seid nicht schüchtern – nicht, wenn es ums Bewerben geht, und auf den Netzwerktreffen erst recht nicht!